27.11.2018

4. SLG-Fachtagung „Betonpflasterbauweisen“

Über 80 Teilnehmer folgten interessiert dem abwechslungsreichen Vortragsprogramm (Foto: SLG)

Kelsterbach, 21. November 2018. Der SLG-Geschäftsführer, Dipl.-Ing. Dietmar Ulonska, begrüßte zur 4. SLG-Fachtagung „Betonpflasterbauweisen“ über 80 Teilnehmer, darunter erstmals auch zahlreiche externe Fachleute. 

Seit nunmehr vier Jahren richtet der Betonverband SLG eine Fachtagung zu verschiedenen aktuellen Entwicklungen und Aspekten von Betonpflasterbauweisen für Verkehrsflächenbefestigungen aus. Wohingegen die Teilnahme an den ersten drei Fachtagungen nur Vertretern von Mitgliedsunternehmen vorbehalten war, wurde die Veranstaltung in diesem Jahr zum ersten Mal auch für externe Teilnehmer – insbesondere aus den Bereichen Sachverständigenwesen, Landschaftsarchitektur, Garten- und Landschaftsbau sowie öffentliche Verwaltung – geöffnet. 

Auch in den diesjährigen Vorträgen wurde wieder eine Vielfalt unterschiedlicher Aspekte der Beton-pflasterbauweise beleuchtet. Diese reichte von Neuerungen in den Regelwerken über lichttechnische und juristische Themen bis hin zu Einbau und Verdichtung sensibler Belagsprodukte. 

Bauingenieur Klaus Wilmes vom Aachener Institut für Bauschadensforschung eröffnete die Vor-tragsreihe mit dem Thema „Anschluss von Pflasterdecken und Plattenbelägen an Gebäude“. Hierzu stellte er zunächst die Anforderungen der neuen Normenreihe DIN 18533 – Abdichtung von erdbe-rührten Bauteilen – vor und wies darauf hin, dass sowohl die Abdichtungsarbeiten selbst als auch der Schutz der Abdichtung in das Gewerk des Hochbaus fallen. Im Anschluss erläuterte er auf Basis der FLL-Empfehlungen für Planung Bau und Instandhaltung der Übergangsbereiche von Freiflächen zu Gebäuden die Besonderheiten verschiedener Außenwandkonstruktionen, die an der sensiblen Schnittstelle von Verkehrsfläche und Gebäude zu beachten sind. 

Daran knüpfte nahtlos der Vortrag von Dipl.-Ing. Thomas Leopoldseder vom Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau der LWG Veitshöchheim an, der zum Thema „Begrünbare Flächenbefestigungen mit Betonelementen“ referierte und sich dabei auf das gerade erschienene FLL-Regelwerk bezog. Zu Beginn ging er auf die Nutzungsklassen der FLL-Richtlinien zu Planung, Bau und Instandhaltung von begrünbaren Flächenbelägen ein, bevor er die Bauweisen mit Rasenfugenpflaster und Rasengitter-steinen aus Beton im Detail vorstellte. Hierbei erläuterte er neben der Dimensionierung der einzelnen Schichten die Anforderungen an die jeweiligen Baustoffe und den schichtbezogenen Einbau inklusive der zugehörigen Prüfungen. 

Nach der Kaffeepause referierte Dr. Hans-Hubert Meseberg, ehemaliger Leiter des Referats „Stra-ßenausstattung“ der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und Sachverständiger für Lichtmessung, über die Bedeutung von Licht und Helligkeit bei Flächenbefestigungen sowie über Planungsgrundlagen und Fehlerquellen. Dabei grenzte er zunächst verschiedene lichttechnische Begriffe und Messgrößen voneinander ab. Anschließend verwies er auf die Bedeutung des Leuchtdichtekontrastes für Bodenindikatoren im öffentlichen Raum gemäß DIN 32984 und erläuterte unter anderem den Unterschied zwischen der so genannten Albedo und dem Solar Reflectance Index (SRI-Wert). 

Im Anschluss an die Mittagspause referierte Prof. Jürgen Ulrich, Vorsitzender Richter am Landgericht a. D., zum Thema „Bloß nicht vor Gericht – warum man teure Gerichtsstreitigkeiten aus dem Weg gehen sollte und wie man das tut“. In seinem überaus kurzweiligen Vortrag erläuterte er anhand zahlreicher Fallbeispiele aus seiner 38-jährigen Tätigkeit als Richter in Baurechtsprozessen, dass sich viele Streitfälle auf der Grundlage eindeutiger vertraglicher Regelungen vermeiden lassen. Er erläuterte weitere Fallstricke während des Bauablaufs und wusste zudem von „gewieften“ Bauherren zu berichten, die sämtliche rechtlichen Möglichkeiten zur „Baukostenreduktion“ ausschöpften. Er ging in seinem Vortrag auch auf die große Bedeutung des gerichtlich bestellten Sachverständigen ein, dessen Ausführungen sich das Gericht in den allermeisten Fällen anschließt. 

Nach der Kaffeepause ging Dipl.-Ing. (FH) Jan Peter Hecktor, Produktmanager Light Equipment der BOMAG GmbH, in seinem Vortrag „Einbau und Verdichtung von sensiblen Belagsprodukten“ zunächst auf die bauphysikalischen Grundlagen der Verdichtung ein, bevor er hierzu verschiedene Geräte und deren Eignung für verschiedene Einsatzgebiete erläuterte. Im Anschluss hob er die Bedeutung eines fachgerechten, ausreichend verdichteten Schichtenaufbaus als Voraussetzung einer funktionsfähigen Pflasterdecke hervor. Hierbei stellte er die besonderen Vorzüge der Stoneguard®-Rüttelplatten heraus, die mit ihrem angeklebten, ebenen Gummikeil speziell für das Abrütteln von sensiblen Belagsoberflächen entwickelt wurde. Mit dieser lassen sich bei ordnungsgemäßem Einsatz Kantenabplatzungen und Kratzer weiten Teils vermeiden. 

Den Schlusspunkt setzte Dipl.-Ing. Dietmar Ulonska, Geschäftsführer des Betonverbands SLG, mit seinem Vortrag zu den Neuerungen in den ZTV Pflaster und den ATV DIN 18318. Neben einigen Klarstellungen im Anwendungsbereich und Änderungen in den Begriffsbestimmungen erläuterte er ausführlich die verschiedenen Neuerungen in den Baugrundsätzen, bei den Baustoffanforderungen, innerhalb der Ausführung und zu den zulässigen Abweichungen. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass beide Regelwerke voraussichtlich bis Mitte 2019 veröffentlicht werden. Abschließend informierte er die Teilnehmer über weitere bereits erschienene und kurz vor Veröffentlichung stehende Regelwerke mit Bezug zur Betonpflasterbauweise. 

Im Rahmen der Schlussmoderation bedanke sich Co-Moderator Michael Fuchs, Fachreferent im Betonverband SLG, bei den Teilnehmern für die zahlreichen Fragen, die im Anschluss an die Vorträge zu lebhaften Diskussionen führten. Die hohe Anziehungskraft der Fachtagung ist nach seiner Überzeugung auf die Ausgewogenheit aus Fachprogramm und der Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch unter den verschiedenen Baubeteiligten zurückzuführen. Diese hatten in den Pausen ausreichend Zeit für einen intensiven fachlichen Austausch. Insgesamt blickt der Betonverband SLG damit auf eine überaus erfolgreiche Veranstaltung zurück, an die es im kommenden Jahr im Rahmen der 5. Fachtagung Betonpflasterbauweisen anzuknüpfen gilt. 

Herstellersuche

Finden Sie hier alle Mitglieder und deren Standorte.


Für Mitglieder: SLG-Umweltrechner

Verband intern

Natürlich, nur besser

Ansprechpartner

Betonverband
Straße, Landschaft, Garten e.V. (SLG)

Schloßallee 10
53179 Bonn

Telefon: 02 28 / 9 54 56-21
Telefax: 02 28 / 9 54 56-90
slg@betoninfo.de

Diese Internetseiten sind ein Service von
Betonverband Straße, Landschaft, Garten e.V.

Logo - betonstein.org
  • Facebook
  • Twitter
  • YouTube

Beton in Social Media.