Tragschichten

Untergrund / Unterbau

Frostschutzschicht

Für den Fall, dass frostempfindliche Böden anstehen, ist als erste Tragschicht eine Frostschutzschicht (FSS) oder eine Schicht aus frostunempfindlichem Material (SfM) anzuordnen. Baustoffgemische und Böden müssen in beiden Fällen den TL SoB-StB entsprechen. Die Ausführung selbst hat jeweils nach den ZTV SoB-StB zu erfolgen. Die Dicke der Frostschutzschicht oder der Schicht aus frostun-  empfindlichem Material ergibt sich gemäß den RStO - die Mindestdicke ist abhängig vom Größtkorn des verwendeten Bodens bzw. Baustoffgemisches.
Die Frostschutzschicht ist profilgerecht, eben, tragfähig und standfest herzustellen.

Anforderungen im Einzelnen:

  • profilgerechte Lage: Abweichungen von der Sollhöhe nicht mehr als ± 2 cm

  • Ebenheit: Unebenheiten (4 m Messstrecke) höchstens 3 cm

  • Querneigung: wie Pflasterdecke (profilgerecht)

  • Verdichtungsgrad: mindestens Dpr= 103 % (ggf. 100 %)

Auf die Einhaltung des Verhältniswertes der Verformungsmoduln  Ev2 / Ev1 ist
zu achten. Verformungsmodul (ausgehend von Ev2 = 45 MN/² auf dem Planum):

  • bei Bauklasse III und IV: mindestens Ev2 = 120 (ggf. 100) MN/m²

  • bei Bauklasse V und VI: mindestens Ev2 = 100 (ggf. 80) MN/m²

Der Feinanteil (Korndurchmesser < 0,063 mm) des Materials für die Frostschutzschicht darf im Anlieferungszustand nicht  mehr als 5,0 M.-%, im eingebauten Zustand nicht mehr als 7,0 M.-% betragen.

Kies- und Schottertragschicht

Als Tragschicht  - oberhalb der Frostschutzschicht - kann verwendet werden:

  • Kiestragschicht (KTS)

  • Schottertragschicht (STS)

  • wasserdurchlässige Asphalttragschicht (WDA) oder

  • Dränbetontragschicht (DBT)

In der Regel findet jedoch eine Tragschicht ohne Bindemittel, also eine Kies- oder Schottertragschicht, in Pflasterbauweisen Verwendung.

Baustoffgemische für Kies- und Schottertragschichten müssen den TL SoB-StB entsprechen. Die Ausführung hat jeweils nach den ZTV SoB-StB zu erfolgen. Die Dicke der Tragschicht ergibt sich gemäß den RStO. Ihre Mindestdicke ist  abhängig vom Größtkorn des verwendeten Baustoffgemisches. Um Entmischungen während des Einbaues zu vermeiden, sollte das  Größtkorn des Baustoffgemisches 45 mm nicht überschreiten. Bei Pflasterbauweisen sollte zur Sicherstellung einer ausreichenden Wasserdurchlässigkeit - abweichend von ZTV SoB-StB - der Feinanteil (Korndurchmesser < 0,063 mm) des Baustoffgemisches bei Anlieferung rund 3 M.-%, im eingebauten Zustand rund 5 M.-% nicht überschreiten.

Die Ungleichförmigkeitszahl des Baustoffgemisches sollte U > 13 sein. Zur Vermeidung von Kornzertrümmerungen und Kornverfeinerungen  während des Einbaues sollte das Baustoffgemisch einen hohen Widerstand gegen Kornzertrümmerung besitzen. Der Los-Angeles-Wert LA sollte unter 25 bzw. der Schlagzertrümmerungswert SZ unter 22 betragen.

Anforderungen

Die Tragschicht ist profilgerecht, eben, tragfähig und standfest  herzustellen. Die Anforderungen im Einzelnen:

  • Profilgerechte Lage: Abweichungen von der Sollhöhe nicht mehr als ± 2 cm

  • Ebenheit: Nach den ZTV SoB-StB sind Unebenheiten (4 m Messstrecke) bis max. 2 cm zulässig.

  • Wir empfehlen zur Sicherstellung einer gleichmäßigen Bettungsdicke, keine größeren Unebenheiten als 1 cm zuzulassen.

  • Querneigung: wie Pflasterdecke (profilgerecht)

  • Verdichtungsgrad: mindestens Dpr = 103 % (ggf. 100 %).

Auf die Einhaltung des Verhältniswertes der Verformungsmoduln Ev2 / Ev1ist zu achten.

Bei Bauklasse V und VI: Verformungsmodul auf O.K. Tragschicht ausgehend von Ev2 = 100 MN/² auf der Frostschutzschicht:

  • bei Kiestragschichten mit Dicke 20 cm: mindestens Ev2 = 120 MN/m²

  • bei Kiestragschichten mit Dicke 25 cm: mindestens Ev2 = 150 MN/m²

  • bei Schottertragschichten mit Dicke 15 cm: mindestens Ev2 = 120 MN/m²

  • bei Schottertragschichten mit Dicke 20 cm: mindestens Ev2 = 150 MN/m²

Bei Bauklasse III und IV: Verformungsmodul auf O.K. Tragschicht ausgehend von Ev2 = 120 MN/² auf der Frostschutzschicht:

  • bei Kiestragschichten mit Dicke 20 cm: min. Ev2 = 150 MN/m²

  • bei Kiestragschichten mit Dicke 25 cm: min. Ev2 = 180 MN/m²

  • bei Schottertragschichten mit Dicke 15 cm: min. Ev2 = 150 MN/m²

  • bei Schottertragschichten mit Dicke 20 cm: min. Ev2 = 180 MN/m²

Die Wasserdurchlässigkeit der Tragschicht sollte über kf = 10-5 m/s  betragen,
damit das durch die Fugen in den Oberbau eindringende Wasser zügig nach unten abgeleitet wird und es nicht zu einem  Aufschwimmen der Steine in der Bettung kommt.

Mit zunehmender Verdichtung von ungebundenen Tragschichten werden diese an der Oberfläche infolge Kornzertrümmerung und Abnahme des Porenvolumens dichter. Die Wasserdurchlässigkeit der Tragschicht nimmt daher mit  zunehmender Verdichtung ab. Ungebundene Tragschichten sollten daher nur soweit  verdichtet werden, wie es die Anforderungen an den  Verformungsmodul und an den Verhältniswert der Verformungsmoduln Ev2 / Ev1 gerade erfordern.

Ansprechpartner

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Straße, Landschaft, Garten e.V. (SLG)

Schloßallee 10
53179 Bonn

Telefon: 02 28 / 9 54 56-21
Telefax: 02 28 / 9 54 56-90
slg@betoninfo.de

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